Mittelmeer: Nachsaison ist Hauptsaison

Räuber vom Ufer aus gejiggt 

Julian, Lucas und Kevin aus Oberbayern haben sich an der Adria den Weg zum Fisch beim Uferangeln mit Jigs selbst hart erarbeitet. Die drei ließen sich vom ersten Frust aber nicht beirren und teilen hier nun mit uns ihre Basics für Erfolgserlebnisse.- Danke dafür!  

Nach den ersten Urlauben an der Adria dachten wir, das Wasser sei bis auf Schriftbarsche und Brandbrassen einfach tot. Wie jeder frustrierte Angler wussten auch wir, woran es lag: „Völlig überfischt! Und vom Ufer aus sowieso keine Chance.“ Wir blieben trotzdem am Ball und die Zufallsfänge häuften sich. Heute sagen wir: Es gibt große Fische auch in Ufernähe. Sie zu fangen, ist aber nicht leicht.

Lukas freut sich: Ein starker False Albacore nahm über tiefem Wasser einen schnellen Needle Jig.

Ein paar Erkenntnisse, die Zufallsfänge häufiger werden ließen, konnten wir doch gewinnen. Der Reihe nach: Wenn im Hochsommer mit 50er Sonnencreme einbalsamierte Touris unterwegs sind, ist das ufernahe Wasser zu warm für viele Fische. Beste Zeit für uns ist deshalb der Spätsommer/Herbst.  Und wenn dann mal Sturm und Wellen das Wasser in Ufernähe aufwirbeln und so Nahrung freisetzen, kommen Fische unter Land zum Fressen. Gute Stellen für unser Angeltrips suchen und finden wir schon zuhause mit Google Maps und Tiefenkarten. Das sind Flussmündungen, Kaps mit einer Luv- und Leeseite, Häfen für Ausflüge mit leichtem Gerät und die beiden wichtigsten Kategorien für gute Großfischspots: Einerseits lange Strände. Dort sind zwischen Sandbänken und an den felsigen Enden oft tiefere Rinnen, in welchen das Wasser zurück ins offene Meer strömt. Hier konnten wir überwiegend Wolfsbarsche fangen!

Julian fängt dicke Wolfsbarsche in Rinnen am Badestrand. Dafür gut geeignet ist der Gummifisch “Black Minnow“.

Dagegen drücken Gabelschwanzmakrelen und Bluefish ihre Beutefische eher auf flache Sandbänke und damit in Wurfweite unserer Köder. Unser Set für diese Fischerei: Max. 90 g Rute, 0,35 – 0,40 Vorfach, Metall-Jig bis 40 g, schnelle, flachlaufende Wobbler sowie Gummifische (weedless) am 15 g Kopf.

Kevins erste Gabelschwanzmakrele. Die kampfstarken Fische jagen ihre Beute auf ufernahe Sandbänke und damit in gute Wurfweite.

Grundsätzlich ist der für uns mit Abstand beste Köder der Metall-Jig.  Er bringt große Wurfweiten, kann extrem schnell geführt werden und ist je nach Gewicht und Form in verschiedenen Wassertiefen einsetzbar. Zudem locken seine Reflexe zusätzlich Fische an.

An Steilküsten sind Spots mit Tiefen von mindestens 15-40 m in Wurfweite vielversprechend. Je tiefer das Wasser und je felsiger der Boden, desto größer ist das Artenspektrum. Man muss sich hier allerdings bewusst sein, dass man oft in starker Strömung und Brandung angelt, die Wasserflächen riesig sind und für die Angelei auf grundnahe Fische schweres Gerät nötig ist. Also etwa 100 g schwere Needle-Jigs, die für das Fischen in etwa 40 m Tiefe und mehr konzipiert sind.

An solchen Küsten fangen wir oberflächennah meist mehr! Dort sind oft die pelagischen und kampfstarken Räuber wie Bonito, False Albacore oder Mahi Mahi unterwegs. Sie zu fangen, ist einfacher als beim Jiggen am Grund. Unser Set dafür: 100 g Rute, 300 m PE 2,5, 0,50er Vorfach, Jigs mit 40-80 g in zwei Ausführungen: Schmal mit wenig Oberfläche (darting, jerking Aktion) und Jigs mit etwas größerer Oberfläche für mehr Flatteraktion beim Sinken und Sliding-Aktion bei Animation. Auch dann gilt die Grundregel: Speed! Wenn man denkt, jetzt angle ich aber richtig schnell, angelt man immer noch zu langsam.

Übrigens: Die griechischen Inseln sind prädestiniert für das Shore Jiggen, dort finden sich unzählige Steilküsten tiefem Wasser in Ufernähe. Mit der leichten Spinnrute und kleinen dunklen Wobblern fängt man dort dann gut schmeckende Mittelmeer Barracuda und invasive Exoten, wie den Flötenfisch oder den giftigen Hasenkopfkugelfisch. 

Flötenfische beißen gut auf Wobbler, sind aber nicht gut zu essen.

Vorsicht, hochgiftig! Hasenkopf-Kugelfische sind invasive Einwanderer aus dem Mittelmeer. Sie schädigen die heimischen Arten so massiv, dass griechische udn türkische Berufsfischer Kopfprämien für sie bekommen. Angler sollten sie nicht zurücksetzen.

Bewährte Kunstköder

Molix “Theos Shore Jig”

Der „Theos Shore Jig“ (60-80 g) besteht aus einer Zinklegierung und ist damit leichter als ein ebenso großer Jig aus Blei. Der Theos flattert deshalb deutlich mehr beim Sinken und zeigt eine attraktive Seitwärtsbewegung auch bei schneller Führung. Ein Klassiker seit Jahren.

Duo “Drag Metall Cast” 

Der 30-40 g schwere „Drag Metall“ kommt ufernah zum Einsatz. Er sinkt wegen seines breiten Körpers mit viel Oberfläche horizontal ab. Eine asymmetrische, flache Seite lässt ihn schon bei leichtem Zug flattern.

Savage Gear “UV Needle Jig”

Mit seiner schmalen Form imitiert der „Needle Jig“ (ab 40 g) auch kleine Hornhechte, die Lieblingsbeute vieler Strandräuber perfekt.  Der Jig muss schnell geführt werden, zusätzliche Reize bringen die UV-Beschichtung und eine eingebaute Stahlrassel.

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