Skipper Olaf Grimkowski

erstellt am: 12.01.2013 | von: Jürgen Oeder | Kategorie(n): Einer von uns

Das viel beschworene Anfängerglück. Bei Olaf „Grimml“ Grimkowski warf eine geballte Dosis dieses Glücks die Lebensplanung über den Haufen: 1996 fing er vor den Azoren seinen ersten Marlin, die Freundin filmte hinter ihm aus der Kajüte heraus, und Olaf schielte alle 30 Sekunden über die Schulter, um sich zu vergewissern, dass die Kamera noch lief. Das viel beschworene Anfängerglück. Bei Olaf „Grimml“ Grimkowski warf eine geballte Dosis dieses Glücks die Lebensplanung über den Haufen: 1996 fing er vor den Azoren seinen ersten Marlin, die Freundin filmte hinter ihm aus der Kajüte heraus, und Olaf schielte alle 30 Sekunden über die Schulter, um sich zu vergewissern, dass die Kamera noch lief. Zu Recht. Sein erster Fisch war gleich ein deutlich über 1.000 lb. schwerer Grander. Die Gaffs lagen schon bereit, doch sein Angelpartner Uli Laux, ein einge¬fleischter Releaser, verdeutlichte Olaf, dass es allein seine Entscheidung sei, ob der Grander sterben müsse. Olaf schenkte dem prächtigen Tier dann das Leben. Schweren Herzens zwar, aber immerhin!



Petrus, Schutzheiliger der Fischer, rech¬nete dem Westfalen diese noble Geste später hoch an: Im Jahr darauf gehörte der Bär von einem Mann zu den weni¬gen Glücklichen, die vor Horta einen Run riesiger Bluefin Tunas erleben und einen davon fangen durften. Der Fisch wog um die 750 lb. und Olaf winschte ihn am 130er Gerät ohne viel Federlesens an die Oberfläche. „Einfach so“, erinnert sich Uli. Die beiden Riesenfische weckten den Wunsch nach mehr: Gemeinsam mit Uli kaufte Olaf die FLAMEN, eine alte, 28 Fuß lange Chris Craft, die im Azoren¬-Hafen Horta lag. Das betagte Mädchen verlangte viele Reparaturen und Uli erinnert sich an einen auf der Azoren-Bank gerissenen Keilriemen, den Olaf durch eine Damenstrumpfhose ersetzen wollte. „Mir ist heute noch ein Rätsel, wo er die her hatte“, sagt Uli.



Und dann war da noch die neue Bilge-Pumpe, die beim Einbau aus unerklärlichen Gründen explodierte und Olafs Stirn mit scharfkantigen Plastiksplittern piercte. „Olaf kam mit einem von Zorn und Blut rotem Schädel aus dem Motor¬raum geschossen und sah aus wie „Hellboy“, der immer noch nicht ganz erwachsene und riesengroße Dämon in der gleichnamigen Comic-Verfilmung“. Olaf hängte später seinen Beruf als Drucker endgültig an den Nagel und wurde professioneller Mate und Skipper. Vor den Azoren, Ghana, Ascension Island, den Kapverdischen Inseln oder Kroatien erlebte er Sternstunden des Angelns, lernte dazu, feierte Erfolge und führt nun mit seinen Bärenkräften große Marline und Thune wie Scho߬hündchen ans Boot. Seine Erfahrung, die er etwa beim Schleppfischen auf Marlin gesammelt hat, gibt Olaf zudem bereitwillig an andere Skipper oder Biggamer weiter. Und vom Angeln erholt er sich beim Angeln: Schleppfi¬schen in der Ostsee auf Lachs ist eine seiner privaten Leidenschaften.



Neben seiner Nase für den Fisch entwickelte „Grimml“ zudem ein feines fotografisches Auge und einen sensiblen Zeigefinger, mit dem er von seinem hohen Steuerstand aus immer wieder im richtigen Sekundenbruchteil auf den Auslöser seiner Hightech-Kameras drückt und Kunden oftmals mit gestochen scharfen Sprungsequenzen ihrer Marline überrascht. Der Skipper arbeitet auf den Azoren, Acension Island, den Kapverden, Kanaren und Kroatien. Auf seiner Homepage http://www.marlin-web.com berichtet er über aktuelle Fangerfolge. Kontakt: E-Mail: ogrimmel(ad)web.de Tel: +49-16092477784