Lex Snoeijs – Einer von uns

erstellt am: 07.04.2014 | von: Jürgen Oeder | Kategorie(n): Einer von uns

„Leeeex! – Ich hab‘ einen!!!“, brüllte ich über die holländischen Felder und brachte Freund Lex Snoeijs, der 100 m weiter entfernt fischte, im Laufschritt zu mir. Der Hecht war kein übermäßig großer, aber mein allererster an der Fliegenrute, und das hatte mir Lex in Aussicht gestellt. Abends, bei ihm zu Hause in Baarn, wurde der Fang nach einem köstlichen Mahl reichlich begossen. Ich habe das Bild noch vor Augen: Mein gelb-roter Marabou-Hechtstreamer pulste langsam durch den Kanal an einem Krautbett vorbei, verfolgt von einem nur mäßig schneller schwimmenden Hecht, der das bunte Nichts erst beäugte – und dann doch inhalierte. „Leeeex! – Ich hab‘ einen!!!“, brüllte ich über die holländischen Felder und brachte Freund Lex Snoeijs, der 100 m weiter entfernt fischte, im Laufschritt zu mir. Der Hecht war kein übermäßig großer, aber mein allererster an der Fliegenrute, und das hatte mir Lex in Aussicht gestellt. Abends, bei ihm zu Hause in Baarn, wurde der Fang nach einem köstlichen Mahl reichlich begossen. Dass ich Lex und seiner Frau Wilma, einer in Holland weithin bekannten Koch-Journalistin, dann mit meinem laut dröhnenden Schnarchen den Nachtschlaf raubte, war das weniger schöne Ende dieser Episode.

Kennengelernt hatte ich Lex Jahre zuvor beim Angeln auf Marlin und Blauflossenthun auf den Azoren. Dort hatte Lex schon 1985 mit „Pescatur“ gefischt und sich voll infiziert. Die Leidenschaft wurde so groß, dass Lex, zurück in Holland, Navigationskurse auf der Seeschifffahrtsschule belegte, seinen Beruf als Biologielehrer an den Nagel hängte und sich zweieinhalb Jahre lang auf den Azoren zum Skipper ausbilden ließ – während Wilma zu Hause in Holland die Erziehung der damals dreijährigen Tochter Sanne managte. Die Sorge um eine gute schulische Ausbildung der Tochter war dann auch der Grund, warum Wilma und Sanne nicht auf die Azoren übersiedelten, sondern Lex nach Holland zurückkehrte. Dort arbeitete er dann in einem Institut für die Verbesserung der Süßwasserfischerei und tat was wir alle ansonsten in unserer Freizeit tun: Angeln gehen. Auf Hecht und Karpfen in Holland, aber auch auf Großfisch vor Ghana, Ascension Island Florida und den Kapverden, Kuba und später Kroatien.

Das Salzwasser ließ ihn aber auch zu Hause nicht in Ruhe. Lex, legte sich einen gebrauchten, 8 m langen Bayliner mit Kabine zu, baute ihn zum Rauhwasserboot um und schipperte mit seiner Familie unter anderem die Themse hinauf, wo er mitten in London unter der Tower Bridge ankerte.

Die SPOTTED MARLIN, wie er sein Boot mit einem Schuss Humor taufte, war dann auch der Schlüssel für ein neues Leben. Les wurde Berufsfischer. Er kaufte für einen hohen Betrag alle nötigen Lizenzen und machte gemeinsam mit einem Freund bis zu 90 Meilen vor der Küste mit Angelrute und Gummifisch Jagd auf Kabeljau in den kalten Monaten und Wolfsbarsch im Sommer. An guten Tagen fingen sie 50 bis 60 kg Wolfsbarsch. Ausgenommen und sofort auf Eis gelegt, brachten sie im Verkauf an Spezialitätenrestaurants sehr gutes Geld.

Bis die Industriefischerei anfing, die großen Laichschwärme mit speziellen Netzen tonnenweise zu dezimieren, denn Wolfsbarsch ist bis heute nicht quotiert. Die Bestände wurden so stark dezimiert, dass sich die harte Arbeit und das Aufstehen jede Nacht um 01.00 Uhr nicht mehr rechnete. Lex warf nach drei Jahren das Handtuch und verkaufte seine Lizenzen mit Verlust.

Die SPOTTED MARLN ermöglichte ihm dann auch einen weiteren Neustart. Seit 2003 war er jeden Sommerurlaub in Kroatien zum Fischen auf Blauflossenthun, achtmal davon mit dem eigenen Boot. Lex fing Thune bis 110 kg und seine Tochter Sanne – darauf ist Papa besonders stolz – sogar einen mit 100 kg in 55 Minuten.

Kein Wunder dass dann die naheliegende Idee reifte, die Ausbildung zum Big-Game-Skipper auf den Azoren mit den Erfahrungen als Berufsfischer zu verbinden und in Kroatien mit Wilma und der SPOTTED MARLIN eine neue Karriere zu beginnen. „Fischen und Wohnen bei Wilma und Lex“, könnte man ihr Motto nennen. Sechs Kilometer von Jezera entfernt kauften sie in Ivinj ein Haus und bauten zwei komfortable Appartements mit je 40 qm obendrauf.

Für ihre Gäste entwickelten sie ein Konzept, das auch nichtangelnde PartnerInnen anspricht: Wilma, die ebenso wie Lex fließend Deutsch spricht, zeigt ihnen die Region, bringt sie an idyllische Badestrände oder veranstaltet Kochseminare.

Die Angler können sich derweil ganz auf ihre Leidenschaft konzentrieren. Und das sollten sie auch: Die Gäste von Lex fingen in der Saison 2013 durchschnittlich einen Bluefin pro Ausfahrt. Ihr Gewicht reichte von acht (!) bis 115 kg, die meisten wogen um die 50-60 kg.

Konatkt Telefon: +385 (0) 958556629 E-Mail: slw.snoeijs@wxs.nl http://www.comefishwithalex.nl/