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	<title>Wanderwge &#8211; UltimateFishingNews.com</title>
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		<title>Marokko-Thune: Woher-Wohin?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jürgen Oeder]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Nov 2019 18:04:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blauflossenthun]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt & Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Atlantik]]></category>
		<category><![CDATA[Wanderwge]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Fokus auf Blauflossenthune, die aus skandinavischen Gewässern zum Laichen ins Mittelmeer ziehen, ist derzeit groß. Was aber ist mit Thunen, die von „unten“ kommen, aus dem Süden? Vor den Kanaren werden ja etwa große Thune im März-April gefangen, die dann plötzlich verschwinden. Wohin? – Es könnten jene Fische sein, die in Netzfallen vor Marokko... <a href="https://ultimatefishingnews.com/marokko-thune-woher-wohin/">mehr</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der Fokus auf Blauflossenthune, die aus skandinavischen Gewässern
zum Laichen ins Mittelmeer ziehen, ist derzeit groß. Was aber ist mit Thunen,
die von „unten“ kommen, aus dem Süden? Vor den Kanaren werden ja etwa große
Thune im März-April gefangen, die dann plötzlich verschwinden. Wohin? – Es
könnten jene Fische sein, die in Netzfallen vor Marokko im Mai gefangen werden.
Die Studie zu dieser Fischerei von N. Abid MOROCCAN TUNA TRAPS: HISTORY AND
CURRENT SITUATION (Collect. Vol. Sci. Pap. ICCAT, 67(1): 124-138) gibt
interessante Antworten.</p>



<p>Der Wissenschaftler wertete die Fänge der Tuna-Fallen an der Atlantikküste
Marokkos über mehrere Jahrzehnte aus. Traditionell startete die Fallenfischerei
Mitte April und dauerte bis Ende Juni. Wegen der Reduzierung der
Gesamtfangmengen durch die ICCAT wird die Fangsaison seit 2010 bereits Ende Mai
eingestellt. &nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://ultimatefishingnews.com/wp-content/uploads/fallen-marocco-1024x801.jpg" alt="" class="wp-image-8708"/></figure>



<p>Die Thune ziehen sehr nah an Land entlang. Die Fallen liegen nahe
an der Straße von Gibraltar, nur 3 Seemeilen vor der Küste in etwa 60 m tiefem
Wasser</p>



<p>Abid stellte fest, dass im Mai am meisten Fisch in den Fallen
gefangen werden. Die Größe der Fische lag im Durchschnitt bei 232 cm und 217
kg. Die Analyse des täglichen und monatlichen Durchschnittsgewichts ergab zudem
eine „hierarchische Migration“: Zunächst zogen die großen Laichfische ins
Mittelmeer, dann erst die kleineren.</p>



<p>Früher müssen unglaublich viele Thune diese Küste entlang gezogen
sein: Zwischen 1927 und 1964 fing eine Falle im Durchschnitt 5270 Thune! Von 1965
an sank die Zahl auf nur noch 840 Fische pro Falle. Für diesen Einbruch ist
laut Abid die Purse Seine- und Langleinenfischerei im Mittelmeer
verantwortlich.</p>



<p>Die Studie von Gemma
Quílez-Badia „SPATIAL MOVEMENTS OF BLUEFIN TUNA REVEALED BY ELECTRONIC TAGGING
IN THE MEDITERRANEAN SEA AND IN ATLANTIC WATERS OF MOROCCO IN 2011, (in: Collect.
Vol.
Sci. Pap. ICCAT, 69(1): 435-453) zeigt, dass nicht alle Thune von Marokko ins
Mittelmeeer ziehen! </p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://ultimatefishingnews.com/wp-content/uploads/Successful-cases-from-the-8-tunas-tagged-in-Larache-Morocco-in-May-2011-Note-orange.png" alt="" class="wp-image-8709"/></figure>



<p>Die Wissenschaftler markierten am 27. Mai 2011 acht bis zu 360 kg
schwere Thune mit Satelliten-Tags, die in einer Falle vor Larache/Marokko
gefangen worden waren. Drei der Fische verloren ihre Sender wenige Tage danach,
ein weiterer Fisch starb.</p>



<p>Von den verbliebenen drei Thunen zogen zwei NICHT ins Mittelmeer: Ein
Tag (Tag ID# 08A0395) löste sich nach 52 Tagen (18. Juli) östlich der Azoren,
ein weiterer Fisch schwamm zu den Kanaren, wo sich das Tag nach 54 Tagen vor
der Insel El Hiero löste.</p>



<p>Beim dritten Fisch (Tag ID# 10P0035) löste sich der Sender nach
300 Tagen bei den Azoren. Zuvor war der Fisch vom 25. Mai bis zum 23.Juli 2011
im Mittelmeer südlich der Balearen. Dort zeigte er vom 5. Juli bis 11. Juli das
typische Laichverhalten:&nbsp; Er schwamm
langsam, extrem nah an der Oberfläche (47% der Zeit zwischen 2m und 10 m Tiefe)
und er verbrachte rund 80% der Zeit in Wassertemperaturen von 24-27 °C.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://ultimatefishingnews.com/wp-content/uploads/Daily-percentage-of-Time-at-Depth-a-and-of-Time-at-Temperature-b-of-the-tuna-with-tag.ppm_.png" alt="" class="wp-image-8710"/><figcaption> Die Grafik zeigt die Tiefe (a) und Temperatur (b) in der der Thun ID#  10P0035 an jenen 300 Tagen unterwegs war. Die obere Grafik zeigt seine  Zeit vom 25. Mai bis 23. Juni im Mittelmeer mit dem Laichverhalten vom  5.-11. Juli 2011.  </figcaption></figure>



<p>Sobald er das Mittelmeer Ende Juli verlassen hatte, zog er vor die
Nordwest-Küste von Irland ans Erris Ridge, wo er zwei Monate, vom 2. September
bis 14. November, blieb. Dann reiste er nach Südwesten, überquerte den Mittelatlantischen
Rücken und schwamm am 20. Januar wieder zurück vor die Westküste von Irland. Von
dort aus zog es ihn an die Azoren, wo er am 2. Februar ankam. Er blieb in den
Gewässern des Archipels, bis sich der Sender am 22. März südlich der Insel Terceira
löste.</p>



<p>Die Laichzeit der großen atlantischen Fische dauert an den
Balearen eine Woche, im Fall des getaggten Fisches lag die Zeitspanne knapp vor
dem Vollmond am 15 Juli. Kleinerer Thune, die das Mittelmeer nicht verlassen,
laichen dagegen den gesamten Juli über.&nbsp; </p>



<p>Die Wanderwege der beiden anderen vor Marokko markierten Fische
belegen den Wissenschaftlern zufolge, dass die Gewässer um die Azoren und
Kanaren wichtige Standorte für die Thune sind, das Erris Ridge sei dagegen ein
Jagdgrund für Ende des Sommers.</p>



<p></p>
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