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Ein Dankeschön vom Siebten: Fliegenfischen an der Wertach

erstellt am: 29.06.2015 | von: Jürgen Oeder | Kategorie(n): News, Reiseziele

Als krönenden Abschluss erwischten wir noch in der Dämmerung einen Schlupf von hellen Steinfliegen, auf die sich die Forellen eingeschossen hatten. Nachdem Jürgen ein passendes Muster in seiner Fliegendose gefunden hatte, kam Biss auf Biss.
Von Gabriel Mossmann
Keine Ahnung  wie groß meine Chancen im vergangenen August waren. Ich habe sie aber genutzt – und gewonnen: Jürgen hatte damals ein Fliegenfischen für den 500.000. Besucher seiner Website ausgelobt. Mein Screenshot von der Zahl 500.007 auf der Seite war dann der Beweis, dass ich der Marke am nahesten gekommen war. Fliegenfischen also, an der Wertach im Allgäu! Als Termin hatten wir diesen Frühsommer vereinbart. So ging es am 04. Juni mit dem Zug nach Karlsruhe, wo mich Jürgen bereits am Bahnhof erwartete. Ein kurzes Hallo, die Sachen ins Auto und ab auf den Highway. Es war keine Zeit zu verlieren, schließlich wollten wir noch am Nachmittag den ersten Salmoniden zu Leibe rücken und hatten drei Stunden Fahrt vor uns. Bei guten Gesprächen, die sich meist um das eine Thema (Richtig: Fischen) drehten, verging die Zeit wie um Flug und Jürgen steuerte zielstrebig den ersten Angelplatz an. Gleich rein in die Wathose und ich bekam noch eine frisch gebundene Geheimwaffe in Form eines Streamers überreicht. Was für ein Service! Schnell die Rute fertig gemacht, den Streamer angeknotet (an einem Vorfach, in dessen Stärke ich im Meer noch nicht mal einen Köderfisch annähen würde), die kurze Böschung runter und mit einem Rollwurf den Streamer in die Fluten befördert. Etwas rumtreiben lassen und dann einstrippen, nichts. Beim Rausheben sah ich dann aber zumindest den ersten Nachläufer in Form eine Bachforelle. Ein gutes Zeichen. Bei einem der nächsten Würfe konnte ich eine gute Forelle haken, blieb dann aber zweiter Sieger und musste neu riggen. Zumindest konnte ich Jürgen dadurch motivieren selber einige Würfe zu machen. Die Zeit verging recht schnell und bald stand die Sonne so hoch, dass die Fische nicht mehr richtig in Beißlaune waren. Daher beschlossen wir, in einer Wirtschaft neue Kraft zu tanken und den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen. Wir hatten allerbestes Wetter, um nicht zu sagen eine Affenhitze. Frisch gestärkt ging es zurück ans Wasser und wir konnten noch einige Fische für unsere Fliegen begeistern. Jürgen erwies sich als hervorragender Guide und Kenner des Gewässers. Während ich aber die meisten Fische an der langen Leine fern-releaste, konnte Jürgen seine Fische souverän ans Ufer drillen. Nach einem traumhaft schönen langen Tag ließen wir dann die Fische in Ruhe und bezogen unser Quartier in einer alten Mühle, wo ich bald in einen Tiefschlaf fiel. Am nächsten Morgen um 6:15h war die Nacht auch schon wieder vorbei. Ein kurzes Frühstück und dann ging es wieder ans Wasser, zu einer neuen Stelle. Ich konnte dort einige schöne Fische haken und hatte an diesem Vormittag auch ein absolutes Highlight zu verzeichnen: Ein guter Fisch konnte dem von Jürgen gebundenen Streamer nicht wiederstehen und lieferte mir einen tollen Drill. Diesmal stellte ich mich dann auch geschickter an und hielt bald meinen allerersten Saibling in den Händen. Ein wunderschön gezeichneter Fisch, und mit 42 cm auch kein schlechter! Nachdem der Morgen zunächst etwas zäh verlief, ging es an dieser Stelle richtig gut weiter. Wir bekamen einige gute Salmoniden ans Band, und verbrachten so einen schönen Vormittag. Mittags wurde es schon fast wieder zu heiß, so beschlossen wir eine Pause einzulegen und sie durch ein kleines Nickerchen zu verlängern. Ausgeruht zogen wir am Nachmittag wieder los und wurden nicht enttäuscht. Immer wieder interessierten sich Salmoniden für unsere Fliegen. Als krönenden Abschluss erwischten wir noch in der Dämmerung einen Schlupf von hellen Steinfliegen, auf die sich die Forellen eingeschossen hatten. Nachdem Jürgen ein passendes Muster in seiner Fliegendose gefunden hatte, kam Biss auf Biss und wir konnten etliche kleinere Forellen um die 25 cm fangen. Als ich dann kurz pausierte, um etwas zu suchen, unternahm Jürgen in der Zwischenzeit einen Probewurf mit meiner Rute. Und was für einen: Eine 50er Regenbogenforelle landete nach hartem Drill in seinem Kescher, was für ein traumhafter Fisch und krönender Abschluss! Gut gelaunt ging es zurück zu unserer Unterkunft, wo wir den Abend bei eiskaltem Bier ausklingen ließen. Am nächsten Tag stand auch schon wieder die Heimreise an. Zuvor ging es aber nochmals in der Früh ans Wasser. Diesmal setzten wir zunächst auf Nymphen und konnten schon bald die ersten Forellen und Äschen haken. Und während Jürgen nahezu alle gehakten Fische souverän zu sich manövrieren konnte, erwies ich mich zwischendurch immer mal wieder als Meister im Fernreleasen. Immerhin kann ich die Nymphe dorthin befördern, wo die Fische sind und sie auch noch zum Anbiss verleiten. Doch an der Kür muss ich noch weiter arbeiten. Irgendwann kam dann das, was vielen Nymphenfischern als „Totalverlust“ bestens bekannt ist, und ich beschloss wieder mit dem Streamer zu fischen. Hatte ich doch damit gestern an dieser Stelle meinen ersten Saibling fangen dürfen. Und wirklich, nach einigen Würfen stieg wieder ein kräftiger Fisch ein. Ich stellte mich diesmal gescheiter an und Jürgen konnte den Fisch dann auch keschern. Nur was da im Kescher lag war zu meiner Überraschung weder eine Forelle, noch ein Saibling, sondern eine mittlere Äsche von gut 30 cm. Sie hatte den Streamer sauber genommen hatte. Das war mir bisher auch noch nicht passiert und ein gelungener Abschluss einen tollen Angeltrips. Jürgen, noch einmal 1000 Dank für die mehr als gelungene Tour und Dein super Guiding. Es hat einen riesen Spaß gemacht und die Zeit ist wie im Flug vergangen. Ich würde mich freuen, wenn wir dies beizeiten einmal wiederholen könnten. Tight lines Gabriel