Hai pur!

erstellt am: 31.03.2014 | von: Jürgen Oeder | Kategorie(n): Rezepte

Mehr als 20 Jahre ist es her: „Den will ich haben“, brüllte Tochter Anna, als sie bei einem Fischer in Lacanau in der Nähe von Bordeaux, den Katzenhai entdeckte. Tochter will, Mutter kauft, Vater muss kochen. Mehr als 20 Jahre ist es her: „Den will ich haben“, brüllte Tochter Anna, als sie bei einem Fischer in Lacanau in der Nähe von Bordeaux, den Katzenhai entdeckte. Tochter will, Mutter kauft, Vater muss kochen.

Aber: Kann man Katzenhaie überhaupt essen? Warum nicht. Wenn er tot am Haken hängt, dann wehrt er sich weder gegen Pfanne noch Kochtopf. Die kleineren Haiarten – Dornhai oder Katzenhai – tauchen auch in gutsortierten Fischläden immer seltener auf. Und das ist gut so, viele Bestände sind ja industriell überfischt. Wenn die Bonsai-Haie aber beim Angeln – etwa vor Irland – als unerwarteter Beifang an den Haken gehen und wegen Verletzungen guten Gewissens nicht zurückgesetzt werden können, dann sollten sie aber mit gutem Gewissen verwertet werden: Wer einmal einen frischgefangenen Katzenhai (Scyliorhinidae) gegessen hat, der kommt ins Schwärmen! Das Fleisch ist äußerst zart, leicht nussig im Geschmack, weich. Man muss es vorsichtig behandeln. Die urtümlichste und deshalb kulinarisch beste Lösung: Man löst die Filets mit der Haut von der Wirbelsäule. Erst dann häuten. Das macht man mit einem möglichst scharfen Messer. Die länglichen Filetröllchen werden dann in mundgerechte Portionen geteilt und in der Bratpfanne in Butter gebrutzelt. Nicht mehr und nicht weniger. Dabei aufpassen – nur ganz kurz garen. Mut! Das frische Katzenhaifilet darf innen ruhig noch etwas roh sein. Dann aus der Pfanne nehmen und direkt ohne getürkte Soße mit etwas Zitrone zu Baguette servieren. Fisch pur…Was will man mehr? Von den Katzenhaien existieren übrigens rund 60 Arten. An den europäischen Küsten gibt es vor allem den bis zu 75 Zentimeter langen „Kleingefleckten Katzenhai“ ( Scyliohinus caniculus) und seinen großen Bruder, den „Großgefleckten Katzenhai“ ( Scyliorhinus stellaris), der bis zu anderthalb Meter lang werden kann.