Bluefin Tuna auch vor Griechenland und der Türkei

erstellt am: 30.08.2013 | von: Jürgen Oeder | Kategorie(n): Umwelt

Auf Blauflossenthun in der griechischen Ägäis und vor der türkischen Küste? – Ja, sagt eine Studie von Meeresbiologen der Universität in Athen… (joe) – Auf Blauflossenthun in der griechischen Ägäis und vor der türkischen Küste? – Ja, sagt eine Studie von Meeresbiologen der Universität in Athen: 33 französische Purse Seiner haben das Gebiet nun auch schon für sich entdeckt und fangen dort große Thune – vor allem bei Vollmond. Denn Thune sind mondfühlig, das ist das zweite Ergebnis der Untersuchung „Discovering where bluefin tuna might go“. Die in dem Fachmagazin Scientia Marina (Band 76, Heft 4 vom Gez. 2012) veröffentlichte Studie bestätigte frühere Meldungen, wonach Blauflossenthune im Frühjahr in die nördliche Ägais vor allem bei Vollmond in Küstennähe ziehen, um sich dort vollzufressen. Diese Jagdgründe sind aber deutlich getrennt von den Laichgebieten, die im östlichen Ende des Mittelmeers vor der Levantine liegen. Die Studie von Dimitrios Damalas u.a. bestätigt damit frühere mir vorliegende Berichte, wonach überdurchschnittlich große Blauflossenthune mit einem Durchschnittsgewicht von 76 kg etwa 30 -50 Seemeilen südlich von der türkischen Hafenstadt Analya gefangen werden. Die Größe der Thune, die durchschnittlich um 20 kg schwerer sind als sonst wo, spricht den Wissenschaftlern zufolge dafür, dass der dortige Bestand noch nicht überfischt ist. Weil diese Fische das Laichgebiet in den Sommermonaten zudem nicht verlassen, fangen Longliner und Purse Seiner deshalb dort doppelt so viel wie in den Jagdgründen der Thune. Gefressen wird Biologe Damals zufolge im Frühjahr in der Nordägäis, weil diese Region vor allem um Flussmündungen mit Sardinen, Anchovis und Makrelen fette Beute ermöglicht. Wie folgende Grafik zeigt, sind Thune in größeren Schwärmen (mit einem Durchschnittsgewicht von 50 kg) einigermaßen sicher ab April in der nordöstlichen Ecke der Ägäis zu finden. Von Mai bis Juni ziehen diese Fische dann durch die gesamte nördliche Ägäis, während ihre größeren Geschwister sich zur Arterhaltung ab Mitte Mai und einer Wassertemperatur von über 22 Grad vor den Küsten der Türkei und des Libanons einfinden. Meine Suche vor vier Jahren nach Big Game Booten entlang der türkischen Küste oder Nikosia auf Zypern blieb aber ohne Erfolg – was mit den weiten Anfahrtswegen zu tun haben mag. Die Jagdgründe der Fische vor Nordgriechenland im Frühjahr sollten aber sehr viel näher unter der Küste liegen und mit Game Booten gut erreichbar sein. – Doch auch von dort sind mir keine Charterboote bekannt. Deshalb meine Frage an alle: Wer weiß mehr und berichtet uns etwas darüber? Und nun noch zur Mondfühligkeit der Fische: Dem Papier zufolge ziehen Blauflossenthune (ebenso die Blauhaie) bei Vollmond in Küstennähe, um dort auch nachts (!) zu jagen. Dies ergab die Auswertung von Longlinefängen in Relation zu Mondphasen. Dieser Effekt ist vor allem im Mai im so deutlich, dass griechische Fischer vom „Mai-Mond“ sprechen, der ihnen die Fische bringe. Damalas zufolge hat auch Aristoteles dies vor mehr als 2300 Jahren exakt beschrieben. Ob diese Beobachtung generell auf alle Fanggebiete übertragen werden kann? Vollmond vor der Ebro-Mündung soll sehr gut sein zum Fischen auf Bluefins. Dagegen gilt im Norden Mallorcas die Vollmondnacht und der Tag danach als sehr schlecht. Was daran liegen mag, dass die Skipper immer an der Abbruchkante des Inselschelfs in 100 m Wassertiefe angeln, die Thune aber wegen des Mondeffekts womöglich sehr viel näher unter Land sind.